Decoding Aesthetics – Was bedeuten Suffixe wie Wave, Prep, Core oder Kei?
Hast du dich auch schonmal gefragt, warum plötzlich alles “-core”, “-wave” oder “-girl” ist? Kein Ding, ich erklärs dir!
Wenn du auf Social Media unterwegs bist, wirst du wohl schon häufiger über Bezeichnungen, wie Cottagecore, Vaporwave oder Clean Girl gestolpert sein. Und weil mir ziemlich oft die Frage gestellt wird, was der ganze Stuff eigentlich bedeutet und was wäre, wenn eine Marke ihre eigene Aesthetic bildet, gibt es hier den ultimativen Aesthetics Guide mit allen Suffixen (Nachsilben) zusammengestellt. Ready? Okeeee, let's goooo!
Kurz vorweg: Was ist eine Ästhetik?
Der Begriff “Ästhetik” hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1735 zurückreicht, als der deutsche Philosoph Alexander Gottlieb Baumgarten ihn aus dem Griechischen ableitete. Im Laufe der Jahre hat sich der Begriff weiterentwickelt und reflektiert nun aktuelle Trends in der digitalen Kommunikation, aber auch der Kunst, der Musik, der Mode und des Designs – sogar ganze Lebensstile werden von Ästhetiken geprägt. Viele Internet-Ästhetiken, wie Dark Academia, Cottagecore und Weirdcore haben ihren Ursprung auf Tumblr. Mit Instagram und TikTok haben sich diese und andere Ästhetiken stark verbreitet und sind mittlerweile allgegenwärtig.
Check? Check! ✍️
Core
🧚♀️ Mode-, Design- und Lifestyleästhetiken
“-Core” ist wohl das bekannteste Suffix und steht für den Kern, also das absolute Herzstück einer Ästhetik. Es kommt nämlich von dem französischen Wort “coeur” (Herz).
Beispiele:
Cottagecore: Romantische Vorstellung vom Landleben mit Blumenkleidern, Bauernhäusern und Backen.
Kidcore: Bunte, verspielte Elemente, die an die Kindheit erinnern.
Goblincore: Fokus auf die Schönheit des Unordentlichen und “Hässlichen” in der Natur, mit erdigen Tönen und rustikalen Objekten.
Gore
🧚 Mode- und Lifestyleästhetiken
“-Gore” ist das Suffix für alle, die es etwas düsterer und makaber mögen. Es verbindet oft süße, harmlose Elemente mit etwas Gruseligem.
Beispiele:
Pastel Gore: Pastellfarben kombiniert mit blutigen und grausigen Details.
Cottagegore: Mischung aus Cottagecore und gruseligen Elementen.
Chic
🧚 Modeästhetiken
“-Chic” steht für elegante und modische Stile, die oft einen Hauch von Klasse haben.
Beispiele:
Boho-Chic: Kombination aus Bohème- und Hippie-Einflüssen, mit modernen, eleganten Elementen.
Geek-Chic: Stilvolle Integration von geekigen oder nerdigen Elementen.
Pop
🧚 Musik- und Designästhetiken
“-Pop” beschreibt Stile, die stark von der Popkultur und dem Mainstream beeinflusst sind. Es dreht sich alles um leuchtende Farben und eingängige Designs.
Beispiele:
ElectroPop: Mischung aus elektronischer Musik und Pop-Elementen.
City Pop: Japanische Musik- und Lifestyle-Ästhetik der 1980er Jahre.
Wave
🧚 Musik- und Designästhetiken
“-Wave” steht für eine surreale und oft neonfarbene Bildsprache. Diese Ästhetiken sind stark von digitalen Visuals und der frühen Internet-Ära inspiriert. Auch in der Musik finden sich Einflüsse wieder.
Beispiele:
Vaporwave: Nostalgie für die 80er und 90er Jahre, mit einem Mix aus elektronischer Musik, Retro-Webdesign und glitchiger Kunst.
Synthwave: Von der Synthesizer-Musik der 80er inspiriert, kombiniert mit futuristischen und neonbeleuchteten Elementen.
Punk
🧚 Musik-, Mode- und Lifestyleästhetiken
“-Punk” steht für rebellische und oft dystopische Subkulturen und ist stark von der Punkmusik und deren Bewegung inspiriert.
Beispiele:
Cyberpunk: Dystopische Zukunftsvisionen mit hochentwickelter Technologie.
Steampunk: Viktorianische Ästhetik kombiniert mit dampfbetriebener Technologie.
Prep
🧚 Mode- und Lifestyleästhetiken
“-Prep” kommt ursprünglich von den britischen Colleges und Eliteinternaten. Die Schüler:innen dort setzten nämlich oft – auch aufgrund von Schuluniformen – auf einen sportlichen, aber wohlhaben wirkenden Look.
Beispiele:
Cyberprep: Eine utopische Zukunftsvision, in der der Status quo erhalten bleibt.
Preppy: Wohlhabender, aber trotzdem sportlicher College-Look.
Academia
🧚 Design-, Mode- und Lifestyleästhetiken
“-Academia” steht für Ästhetiken, die das Lernen und akademische Leben romantisieren. Oft inspiriert von klassischen Universitäten und Bibliotheken.
Beispiele:
Dark Academia: Düstere und melancholische Sicht auf das akademische Leben, inspiriert von gotischer Literatur und Architektur.
Light Academia: Positivere Perspektive auf das akademische Leben.
Goth
🧚 Modeästhetiken
“-Goth” steht für dunkle, oft viktorianische oder gotische Elemente. Es ist stark von der Goth-Subkultur inspiriert.
Beispiele:
Gothic: Allgemeine dunkle, oft romantische Ästhetik.
Gothcore: Eine Modernisierung des Goth-Looks mit schwarzen Kleidern, Ketten und dunklem Make-up.
Kei
🧚 Modeästhetiken
Das japanische Suffix “-kei” bedeutet “Stil” oder “Typ” und wird verwendet, um verschiedene japanische Modebewegungen zu beschreiben. Den Kei-Suffix sieht man in der westlichen aber eher selten, da man diesen im Englischen nicht verwendet.
Beispiele:
Mori Kei: Naturinspirierte Mode mit erdigen Farben und gemütlichen, geschichteten Kleidungsstücken.
Fairy Kei: Verspielte und märchenhafte Ästhetik mit Pastellfarben und kindlichen Motiven.
Glam
🧚 Modeästhetiken
“-Glam” steht für Glanz und Glamour. Diese Ästhetiken sind oft extravagant und auffällig.
Beispiele:
Glam Rock: Auffällige, extravagante Mode und Make-up, die in den 1970er Jahren populär waren.
Bubbleglam: Eine moderne Version von Glam, die pastellfarbene und verspielte Elemente integriert.
Kitsch
🧚 Kunst-, Design- und Modeästhetiken
“-Kitsch” beschreibt Stile, die bewusst übertrieben und oft sentimental sind, um einen nostalgischen oder ironischen Effekt zu erzeugen.
Beispiele:
American Kitsch: Übertrieben patriotische und nostalgische Elemente der amerikanischen Kultur.
Christmas Kitsch: Kitschige und übertriebene Weihnachtsdekorationen und -designs.
Nouveau
🧚♀️ Kunst- und Designästhetiken
“-Nouveau” wird verwendet, um Ästhetiken zu beschreiben, die von historischen Designbewegungen inspiriert sind, jedoch zusätzlich mit modernen Elementen kombiniert werden.
Beispiele:
Art Nouveau: Designbewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, gekennzeichnet durch geschwungene Linien und florale Muster.
Neo-Nouveau: Moderne Wiederbelebung des Art Nouveau-Stils, oft kombiniert mit zeitgenössischen Designprinzipien.
Girl oder -Boy
🧚 Mode- und Lifestyleästhetiken
Diese Suffixe beschreiben idealisierte junge Lebensstile, die besonders auf TikTok und Pinterest populär sind. Sie betonen oft spezifische Persönlichkeitsmerkmale und Mode. Diese Ästhetiken peilen junge Menschen oft an, um sie direkt in ihrem aktuellen Lebensabschnitt umzusetzen.
• Beispiele:
• Y2K Girl: Eine von den frühen 2000ern inspirierte Ästhetik mit glänzenden Stoffen, bunten Accessoires und klobigen Schuhen.
• Scandi Boy: Minimalistischer, entspannter, nordisch inspirierter Stil, der sich durch schlichte, hochwertige Kleidung in neutralen Farben auszeichnet.
Mom oder -Dad
🧚 Mode- und Lifestyleästhetiken
Diese Suffixe stehen für spezifische Stilrichtungen, die mit elterlichen Rollen verbunden sind, oft humorvoll oder nostalgisch. Junge Menschen nutzen Mom und Dad Ästhetiken aber auch häufig, um ihr zukünftiges Lebensziel zu idealisieren. Die Ästhetiken bieten sich also bestens für Marken an, die junge Menschen nicht als direkte Käufergruppe haben, jedoch durch Branding heute, die Konsument:innen von morgen frühzeitig für sich begeistern wollen.
Beispiele:
Porsche Mom: Wohlhabende, stylische Mutter, die Luxus, Komfort und ein gepflegtes Auftreten schätzt, oft mit hochwertigen Marken und einem eleganten Lebensstil verbunden.
Vacation Dadcore: Typischer Fashion Style von Dads im Urlaub: Bequeme Shorts, Hawaiianische Hemden, Sandalen und Sonnenhüte.
Fazit
Ok, chillig! Also egal, ob du jetzt in die Welt der Mode, der Musik, der Kunst, der Mode, des Designs oder einfach nur des täglichen Lebens deep diven möchtest: Aesthetic-Suffixes sind wichtige Bestandteile. Sie helfen dir und deiner Brand, aktuelle Trends zu verstehen und kreativ in Szene zu setzen.



